Museum Till Eulenspiegel

Till Eulenspiegel Stein
Eulenspiegel
Museum

Das Till Eulenspiegel-Buch ist im Jahre 1515 in Straßburg erschienen. Es entstand vor dem Setzkasten der Druckerei Grieninger im Dunstkreis des Humanistenfürsten Erasmus von Rotterdam in Europa.

Text: Johannes Adelphus Muling (Thomas Murner, Herman Bote)
Holzschnitte: Hans Baldung genannt Grien, Leu etc.
Medizin: Die heilende Wirkung des Humors und Witzes sowohl bei körperlicher, als auch bei seelischer Krankheit. (4 Säfte Lehre)
Aufklärung: Beißende Kritik an Mißständen.
Unterricht: Die Folgen von Verhaltensweisen werden aufgezeigt, jedoch ohne Moralin. Süße Ummantelung durch Witz der bitteren Pille der Wahrheit.
Aus Dürers Werkstatt: Hans Süß von Kulmbach (Assistent Dürers), Hans Baldung genannt Grien (galt als Nachfolger Dürers und wirkte erwiesenermaßen bei den Holzschnitten zur Erstausgabe des Till Eulenspiegel mit), Hans Leu

Wegen der neurotischen Zensur der Kirche bezüglich der Sexualität erfolgt außer auf diesem Gebiet mancher harte Tabuverstoß, der allerdings wegen seiner meisterlichen Darstellung oft erst entdeckt werden muss. Die lose Aneinanderreihung von Possen zu dem 1. Abenteuerroman, der ganz Europa umfasste, wendete sich zunächst an die humanistische Bildungsschicht, der alsbald eine breite Zuhörerschaft folgte. Dieser Bestseller der Renaissance wurde durch Unkenntnis der historischen Einbettung sowie Zurechtstutzung der Inhalte zu einem auch heute noch lustigen Kinderbuch, das durch die Verwendung uralter Symbole weiterhin wirkt.
Wer von einem linken Schuh, einem Seiltänzer, von grün und blau, von einem Testament oder gar von Eule oder Spiegel träumt, kann das Buch über Till Eulenspiegel sogar als preiswertes Lexikon der Traumsymbole benutzen.